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Panel 3: Netzwerkmanagement und Deep Packet Inspection – Wer kontrolliert das Netz?

Lupe [1]

Foto: Robbie1, Flickr [2] CC-Lizenz [3]

Grundlegender Ansatzpunkt aller Strategien zur Kontrolle des Internet bildet der Zugriff auf die physische Transportinfrastruktur. Im Besitz entsprechender Steuerungstechnologien verfügen die Netzbetreiber über ein Werkzeug, das es erlaubt, Datenpakete potentiell nach Inhalt, Quelle oder Ziel zu differenzieren, und eben auch, missliebige Datenverkehre zu unterbinden. Die Technologie der tiefen Paketinspektion – Deep Packet Inspection, abgekürzt: DPI – greift zu auf Informationen in Bewegung. Beim Durchlaufen von digitalen Inspektionsstellen wird nicht nur der Header (Absender- und Empfängeradresse) eines Datenpaketes ausgelesen, sondern auch das dazugehörige Datenfeld (Inhalt) selbst. Letzteres beinhaltet die eigentlichen Nutzinformationen.

Deep Packet Inspection kann sowohl zu Netzwerkmanagement und -sicherheit als auch zu Datenidentifizierung und -manipulation eingesetzt werden. Das Einsatzspektrum der Technologie reicht von Bandwidth Management und Network Security über User Profiling und Lawful Interception bis hin zu Copyright Policing und Content Control. Das Panel wird sich aus Sicht von Netzbetreibern, DPI-Produzenten, Informatik und Informationsfreiheit mit folgenden Fragen beschäftigen:

Welche Technologien des Netzwerkmanagements kommen heute wo zum Einsatz? Wie funktioniert Deep Packet Inspection? Was kann es, was nicht? Welche Voraussetzungen für eine Priorisierung bestimmter Datenströme müssen in der Netzinfrastruktur bestehen? Besteht ein ökonomischer oder technologischer Automatismus hin zu einem Zweiklasseninternet? Ist Deep Packet Inspection zur Bekämpfung von Urheberechtsverletzungen geeignet, bestehen Umgehungsformen? Welche Auswirkungen hätte der Einsatz von Netzwerktechnologien zur Rechtsdurchsetzung auf die Kommunikations- und Meinungsfreiheit?

Referenten:

Moderation:
Herbert Behrens [8]