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Diskursmacht

Neulich regte Suse Lang im ak und online hier an:

Fangen wir doch an, einen Computer nicht mehr als Arbeitsgerät, sondern als Teil eines sensiblen, verwundbaren, digitalen Selbst zu verstehen. Ein interessantes Gedankenexperiment wäre die vergleichende Frage, wie viel Zeit und Aufmerksamkeit wir in die Pflege unseres Offline-Körpers – vom Zähneputzen über bewusste Ernährung bis zum Fitnessprogramm – im Verhältnis zu Wartung, Backup und Absicherung unseres digitalen Selbst – dem Computer und den Softwareeinstellungen – investieren? Die digitale Selbstverteidigung fängt genau hieran. Quelle [1]

Jetzt fordert Spiegel-Online:

Genauso wie man seinen Haushalt führt oder sich der Körperhygiene widmet, so sollte man auch Zeit für die Computerpflege einplanen – sei es für Geräte, Programme oder die eigenen Konten im Internet. Quelle [2]

Entweder liegt das Bild von der Körperpflege so offen auf der Hand, dass Leute, die sich über Systempflege, Computersicherheit und digitale Selbstverteidigung [3] Gedanken machen, unabhängig voneinander darauf kommen. Oder SPON schreibt ohne Quellennennung bei uns oder dem ak ab. Ersteres wäre schön, denn wenn es wirklich an der Intuitivität des Gedankens läge, dann müssten wir uns über seine weitere Verbreitung keine Sorgen mehr machen. Letzteres wäre nicht ganz so schön, aber immerhin ein Hinweis auf unsere heimliche Diskursmacht.