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Aktueller bildungspolitischer Sturm im Wasserglas, digitalisierungs-induziert: der „künstlich-intelligente“ Chat-Automat ChatGPT, mit dessen Hilfe das Wettrennen zwischen Prüflingen und Prüfer_innen ums Bescheißen und Entdeckt-werden in eine neue Runde geht: Die Empörung ist groß: Wo kommen wir da hin, wenn jetzt eine kalifornische KI unseren Kindern und jungen Leuten die Hausaufgaben macht!!! Weiterlesen

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Chaos macht Schule, via netzpolitik.org

Der Digitalpakt (offiziell DigitalPakt Schule) bezeichnet ein Programm der Bundesregierung zur Förderung der Digitalisierung an den Schulen. Er wurde im März 2019 beschlossen und hat inklusive Erhöhung der Förderung 2020 einen Umfang von 6,5 Millarden Euro.

Schon lange vor diesem Digitalpakt haben nicht nur Konzernlobbyisten ihre Arbeit gemacht. Auch die Praktiker_innen an der Basis der gesellschaftlichen Digitalisierung brachten ihre Vorstellungen von Schuldigitalisierung ein: Chaos macht Schule hieß die Parole des Chaos Computer Clubs schon 2017. Und von Anfang an haben zivilgesellschaftliche Akteure wie etwa das Bündnis für humane Bildung, aber auch die RLS den Digitalpakt der Bundesregierung vor diesem Hintergrund beobachtet und kritisiert. Eine der Befürchtungen, die sich durch die Analysen zieht: Hier werde ein Konjunkturprogramm zugunsten der Plattformkonzerne aufgelegt, die mit ihren Hard- und Softwareangeboten und mit konzerninteressenkonformen Lehrmaterialien jetzt auch noch die Schulen kolonisieren.

Dass es auch anders geht, zeigt der Ansatz der „Demokratische Digitalisierung (DD)“, der der Einführung von computer- und netzwerkbasierten Lern- und Lehrwerkzeugen an Schulen in Barcelona zugrunde liegt: Digitaler Schulunterricht funktioniert dort auch ohne die Programme der großen Unternehmen. Barcelona setzt mit Erfolg auf offen zugängliche Software, wie die Tageszeitung taz im April 2022 berichtet. Weiterlesen

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Vom 25. bis zum 27. März 2019 fand in Bangkok der dreitägige Workshop statt zum Thema „Equity and social justice in a digital world. An inter sectoral/movements dialogue for a digital justice agenda“. Er war organisiert von der Just Net Coalition, Our World Is Not For Sale und Focus On The Global South. Hier ein Teilnehmer-Bericht: Weiterlesen

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In den USA ist Netzneutralität vorerst abgeschafft worden. Ist das freie Internet gefährdet?

Einen schwarzen Tag fürs Internet nannte das Webportal Netzpolitik.org den 14. Dezember 2017. Denn in den USA wurden die Regeln zur Netzneutralität von der Federal Communications Commission (FCC) abgeschafft. Zukünftig müssen in den USA vermutlich auch Dienstanbieter für die Übertragung ihrer Inhalte beim Internetprovider zahlen.

Erst 2015 waren diese verbindlichen Regulierungen der Telekommunikationsprovider durchgesetzt worden, die das Drosseln oder Bevorzugen von einzelnen Internetservices untersagen. Die FCC ist die US-Regulierungsbehörde für Rundfunk, Kabel und Fernsehen, vergleichbar mit der deutschen Bundesnetzagentur. Der von US-Präsident Donald Trump im Januar 2017 berufene republikanische Vorsitzende Ajit Pai ist seit Langem ein Gegner von Netzneutralität – die Rücknahme der Regelungen zur Netzneutralität war daher keine Überraschung. Continue Reading »

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Humboldt-Universität by K.H. Reichert, CC-by-2.0

Elsevier, einer der großen wissenschaftlichen Verlage, ist kürzlich gerichtlich gegen zwei der größten ehrenamtlich betriebenen Online-Bibliotheken vorgangen, die wissenschaftliche Publikationen, die sich viele Wissenschaftler_innen nicht mehr leisten können, kostenlos zur Verfügung stellen: Library Genesis, Z-Library und Sci-Hub. Dieses Vorgehen setzt ein deutliches Signal, wie Alexandra Elbakyans (Sci-Hub) kommentiert:

Falls es Elsevier gelingt, unsere Projekte zu stoppen oder ins Darknet zu zwingen, demonstriert das eine wichtige Idee: dass die Öffentlichkeit kein Recht auf Wissen hat.“

Absurderweise ist sämtliche bei Elsevier veröffentlichte Forschung öffentlich gefördert, jedoch soll der Zugang zu den Ergebnissen dieser Forschung nur gegen teures Geld möglich sein. So kostet laut Wikipedia ein Jahres-Abo der Zeitschrift Tetrahedron aus dem Bereich der chemischen Forschung 39.000 US-Dollar.

Jetzt haben sich Archivare, Bibliothekare und Wissenschaftler zusammengefunden und fordern mit diesem Aufruf:

Es ist Zeit, aus den Verstecken zu kommen und diesem Widerstand unsere Namen zu geben. Ihr mögt Euch allein fühlen, aber wir sind viele. Die Wut, die Verzweiflung und die Angst, unsere Bibliotheken und Infrastrukturen zu verlieren, wie sie sich im Internet artikulieren, zeugt davon. Dies ist die Zeit für uns Hüter, Hunde, Menschen, Cyborgs, mit unseren Namen, Nicknames und Pseudonymen, unsere Stimmen zu erheben.“

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Niemand soll anonymen Zugang zum Internet haben – so jedenfalls sieht es § 111 TKG (Telekommunikationsgesetz) vor. Damit Daten für eventuelle Auskunftsersuchen der Sicherheitsbehörden vorhanden sind, sind in Deutschland die Provider durch dieses Gesetz gezwungen, unter anderem Name und Anschrift von ihren Kunden zu erheben. Das betrifft meinen Mobilfunk-Vertrag, aber auch jede Prepaid-Karte, Festnetzanschlüsse etc.
Was aber, wenn jemand keinen festen Wohnsitz hat? Da die Provider zwar verpflichtet sind, diese Daten zu erheben, aber nicht berechtigt sind, diese erhobenen Daten zu prüfen, hat sich die Praxis etabliert, Phantasieadressen anzugeben, um beispielsweise eine Prepaid-Mobiltelefonkarte zu erhalten. Oder eine Adresse zu hinterlegen und die Karte dann an Menschen ohne festen Wohnsitz weiterzugeben. Weiterlesen

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Geraten durch die voranschreitende Digitalisierung die Produktionsverhältnisse in Bewegung und entstehen durch sie vielleicht sogar neue Formen von Öffentlichkeit und verschieben sich dadurch die bisherigen Machtverhältnisse? Verleihen diese Entwicklungen den alten kapitalistischen Strukturen bloß ein neues Gewand oder eröffnen sie neue Möglichkeiten der Emanzipation und radikalen Veränderung? Steckt in diesen Veränderungen die Verheißung befreiter und erfüllender Tätigkeit oder blühen uns ganz neue Formen digitaler Ausbeutung? Was aber sind die progressiven Elemente in dieser Entwicklung und wie können wir sie verstärken und multiplizieren? Versuch eines realistischen Blicks auf den digitalen Wandel, die industrielle Revolution unserer Zeit.

  • Christian Fuchs ist Professor für Social Media an der University of Westminster und Redakteur der Zeitschrift tripleC: Communication, Capitalism & Critique.
  • Halina Wawzyniak ist seit 2009 Abgeordnete des Deutschen Bundestages. In der 17. Wahlperiode war sie Mitglied in der Enquete Internet und Digitale Gesellschaft. In der 18. Wahlperiode ist sie Rechts- und Netzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE. Im Bereich des Digitalen setzt sie sich für gleichen Zugang aller Menschen zum Internet ein.
  • Anke Domscheit-Berg ist Unternehmerin, Publizistin und Aktivistin zu den Themen Open Government, digitale Gesellschaft und Geschlechtergerechtigkeit. Sie wurde 2010 mit dem Frauenpreis des Landes Berlin ausgezeichnet. Im März 2015 erschien ihr 2. Buch „Ein bisschen gleich ist nicht genug! Warum wir von Geschlechtergerechtigkeit noch weit entfernt sind“.

Moderation: Julia Schramm ist Politikwissenschaftlerin und Autorin. Sie hat in Bonn Politikwissenschaft, Amerikanistik und Öffentliches Recht studiert und promoviert an der Humboldt Universität zu Berlin über die Dialektik des Privaten. Außerdem arbeitet sie für die Amadeu Antonio Stiftung als Fachreferentin für Hate Speech und Redakteurin für no-nazi.net.

Alle Aufzeichnungen der Rosa-Luxemburg-Stiftung auf der linken Woche der Zukunft unter: www.rosalux.de/mediathek

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Horst Kahrs, Referent für Das Öffentliche/Klassen- und Sozialstrukturanalyse bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung blickt im nd mit Marx auf den technologischen Fortschritt und stellt die Frage nach den emanzipatorischen Potentialen der Digitalisierung:

Von 1991 bis 2014 stieg der Wert, den ein Erwerbstätiger rechnerisch in einer Stunde schuf, preisbereinigt um fast 42 Prozent. Gleichzeitig sank das Jahresarbeitsvolumen aller Erwerbstätigen um lediglich 3 Prozent, verteilte sich aber auf eine um 10 Prozent gestiegene Erwerbstätigenzahl. Ist da Fortschritt? Entsteht durch den technischen Fortschritt irgendwo freie Zeit, ist schnell eine andere technische Neuerung zur Hand, um sich dieser freien Zeit zu bemächtigen. Eine emanzipatorische Politik in der Tradition der Marx’schen Kritik der Politischen Ökonomie braucht eine humane, universale Vorstellung von Fortschritt, um das Hamsterrad zu verlassen.

[…] seit der Jahrtausendwende erleben wir ein Rollback des großen Geldes, der neuen Geschäftsmodelle, der Monopolbildung, der Vermachtung des Internets. Wir erleben gegenwärtig »das digitale Debakel«, das Internet sei »gescheitert« schreibt jetzt Andrew Keen: Das »libertäre Zeitalter mit seinem Glauben an die Dreifaltigkeit von Demokratie, Marktwirtschaft und Individualismus« eröffne das Gegenteil von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Chancen für alle: »Die Zukunfts-Architekten aus Silicon Valley arbeiten nicht am Gemeinwohl, sondern an einer privatisierten vernetzten Wirtschaft und einer Gesellschaft, die niemandem nutzt als ihren mächtigen und reichen Eigentümern.«

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Amazon, Facebook, Google & Co. verändern unser Leben und die Funktionsweise des Kapitalismus selbst. Womit verdienen sie ihr Geld? Welche Infrastrukturen benötigen sie? Welche Auswirkungen hat das auf Politik und Gesellschaft? Was ist der Kern der „Californian Ideology“ und wie gelingt es dem Silicon Valley, der Welt seine Produkte und Services aufzuzwingen? Eine Kritik der politischen Ökonomie heutzutage muss verstehen, wie Google und Co. funktionieren. Audioaufzeichnung des Vortrags von Timo Daum.

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Full-BannerDie EU-Kommission macht sich mal wieder zum nützlichen Idioten der großen Internet- und Telekommunikationskonzerne. Letztere wollen die Internetinfrastruktur endlich so umprogrammieren, dass sie unterschiedliche Geschwindigkeiten je nach Finanzkraft der Kommunizierenden zuweisen können. Diesen klassengesellschaftskonformen Umbau des Internets wollen sie sich jetzt von der EU genehmigen lassen, um ihn dann von der EU-Ebene nach unten durchdrücken lassen zu können, nachdem es auf nationaler Ebene schon Gerichtsentscheidungen für die Netzneutralität gegeben hat. Die Berliner Zeitung berichtet vorbildlich, enttarnt die Lüge von der angeblich größeren Gerechtigkeit durch differenziertere Geschwindigkeitsangebotsmodelle und beantwortet ihren LeserInnen auch die Frage ‚Was tun?‘ mit dem Hinweis auf die Initiative ‚Save The Internet‘ . Weiterlesen

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