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Algorithmische Imaginationen x6e38, CC-by-2.0

Algorithmen, dieser Begriff ist derzeit in aller Munde. Aber was ist das eigentlich? Wie können wir uns ein Leben unter Algorithmen ausmalen? Wird unser Leben aussehen wie in den britischen Comedy-Sketchen, in denen das Service-Personal zu jeder Nachfrage nur noch die Antwort der Maschine – „Computer says No“ – wiedergibt? Oder sieht die Zukunft von Algorithmen-Einsatz in der Polizeiarbeit so aus, wie es uns Homer Simpson vor Augen führt? Wie sahen sie aus, die Phantasien, Ängste und Träume der kybernetischen Idee, die morgen vielleicht unsere Realität darstellt?

Eine audiovisuelle Suche nach algorithmischen Vorstellungen fand am 22. Januar in Wien statt. Konrad Becker und Felix Stalder von Worldinformation.org in Zusammenarbeit mit dem Top-Kino haben mit diesem „Screening der Algorithmischen Imagination“, das von Jana Herwig und Katja Mayer kommentiert wurde, den Diskussionsraum zum Thema Algorithmen geöffnet und diesen gleichzeitig verortet in der Geschichte der Kybernetik, des Kapitalismus und der Techno-Kontrollphantasien.

Eine audiovisueller Abend über die Macht von Algorithmen, ein Remix von Ausschnitten aus Filmen und Dokumentationen, die sich auf automatisierte Regelsysteme beziehen. Kurze Videoclips zeigen Formeln des kybernetischen Selbst von naturwissenschaftlicher Ingenieurskunst bis zu irrlichternden Gespinsten der Vorstellungskraft. Ein Media-mesh-up von der Geschichte des Kalten Kriegs, wo sich das Rationale und Irrationale zur Mutually Assured Destruction treffen, bis zur Kolonisierung der Zukunft durch algorithmische Vorhersagen heute.

Die Dokumentarfilme, Animationen, Fiction-Filme und Videokommentare, die zusammengestellt wurden, sind zugänglich und anschaulich, komplex und vielschichtig und da sie als Playliste und Videos im Internet verfügbar sind, sind sie auch hervorragend zum Wiederholen im Wohnzimmer geeignet.

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solidarityDie RLS hat einen Text von Felix Stalder unter dem Titel „Digitale Solidarität“ zugänglich gemacht. Der Text ist 2013 ursprünglich auf Englisch unter dem Titel «Digital Solidarity» erschienen, in der Reihe PML Books Series, einem Kooperationsprojekt des Londoner Verlags Mute Books und dem an der Lüneburger Leuphana Universität angesiedelten Post-Media Lab. Aus der englischsprachigen Ankündigung:

Felix Stalder’s extended essay, Digital Solidarity, responds to the wave of new forms of networked organisation emerging from and colliding with the global economic crisis of 2008. Across the globe, voluntary association, participatory decision-making and the sharing of resources, all widely adopted online, are being translated into new forms of social space. This movement operates in the breach between accelerating technical innovation, on the one hand, and the crises of institutions which organise, or increasingly restrain society on the other. Through an inventory of social forms – commons, assemblies, swarms and weak networks – the essay outlines how far we have already left McLuhan’s ‘Gutenberg Galaxy’ behind. In his cautiously optimistic account, Stalder reminds us that the struggles over where we will arrive are only just beginning.

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Felix Stalder hat unserer Konferenz gleich zu Beginn ein echtes Highlight beschert. Seine Keynote „Digitale Solidarität“ ist in den vergangenen Wochen an verschiedensten Stellen weitergereicht und diskutiert worden (bspw. hier). Das Manuskript hatten wir bereits am Konferenztag veröffentlicht. Es folgt nun die Aufzeichnung seines Vortrags in Bild und Ton:

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Der Text der Keynote von Felix Stalder. Es gilt selbstverständlich das gesprochene Wort – das Video wird demnächst hier zu sehen sein.

Guten Tag, ich freue mich sehr, heute zu ihnen sprechen zu dürfen, und bin sehr gespannt auf die Diskussionen des heutigen Tags. Ich möchte mich bei Jürgen Scheele für die Einladung bedanken und beim gesamten Team für die tolle Organisation!

Wir stehen vor einer historischen Chance, neue Formen solidarischen Handelns zu erfinden. Continue Reading »

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Der Keynote-Speaker der „Netz für Alle“ im September, Felix Stalder, hat Google für seine Manipulation der Suchergebnisse kritisiert. Das Internetportal irights.info berichtet, dass Stalder Google Zensur vorwirft:

Der Internettheoretiker Felix Stalder von der Zürcher Hochschule der Künste hat Googles neue Praxis kritisiert, wegen Urheberrechtsverletzungen auffällig gewordene Internetangebote in den Suchergebnissen herunterzustufen(Downranking). „Da die meisten Nutzer nur die vorderen Suchergebnisse berücksichtigen, ist das nichts anderes als Zensur light“, sagte Stalder am Donnerstag iRights.info. „Entweder ein Angebot ist legal, und dann soll es wie jedes andere behandelt werden, oder es ist von einem Gericht als illegal befunden worden, dann muss man darüber sprechen, ob es ganz aus dem Index verschwinden soll.“

Wie Google die Suchergebnisse verändert, ist nicht genau bekannt. Google-Manager Amit Singhai hatte aber im August mitgeteilt, dass Webangebote, für die es viele Löschanträge wegen Urheberrechtsverletzungen gibt, in den Suchergebnissen herabgestuft werden. Felix Stalder kritisiert das:

„Google verändert damit seinen Charakter. Es macht nicht mehr die Welt zugänglich, wie sie – mit all ihren Konflikten – ist, sondern eine Welt, die einflussreiche Kräfte gerne möchten.“

Netzpolitik.org weist darauf hin, dass auch die US-amerikanische Organisation Electronic Frontier Foundation EFF, die sich für digitale Bürgerrechte einsetzt, bereits kritisiert hat, dass Google nicht erklärt, wie die Änderung der Suchergebnisse konkret  vorgenommen wird. Außerdem  sei ein Problem, dass ausreicht, dass es eine Abmahnung wegen einer möglichen Urheberrechtsverletzung gibt: damit ist nicht nachgewiesen, dass tatsächlich Urheberrechte verletzt wurden.

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