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Aktueller bildungspolitischer Sturm im Wasserglas, digitalisierungs-induziert: der „künstlich-intelligente“ Chat-Automat ChatGPT, mit dessen Hilfe das Wettrennen zwischen Prüflingen und Prüfer_innen ums Bescheißen und Entdeckt-werden in eine neue Runde geht: Die Empörung ist groß: Wo kommen wir da hin, wenn jetzt eine kalifornische KI unseren Kindern und jungen Leuten die Hausaufgaben macht!!! Weiterlesen

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Jetzt wollen sie schon die Kindergartenkinder vor Bildschirme setzen. Klar: Ist billiger, die Kinder vom digitalen Flimmern fesseln zu lassen als ihnen menschliche Aufmerksamkeit zu schenken – in Form etwa einer altersgemäßen, gar nach einem vernünftigen Personalschlüssel ausgestatteten, für Krankheitsfälle mit Doppelbesetzungen versehenen menschlichen Betreuungs- und vielleicht sogar Erziehungs- und Förderungsarbeit. Vernünftig bezahlt, selbstverständlich, sonst streiken sie ja doch nur wieder – mit Recht – und die Kinder müssen zu Hause bleiben, die Eltern fallen als Arbeitskräfte aus, weil Kindergartenkinder können sie ja nun wirklich noch nicht mit dem Schlüssel um den Hals alleine los schicken. Und darum geht es nämlich dann auch wohl in letzter Konsequenz: Die Bildschirme in den Kindergärten als die digitalen Streikbrecher, damit die – übrigens größtenteils weibliche – menschliche Arbeit dort nicht aufmucken kann gegen beschissene Arbeitsbedingungen. Immerhin organisiert die GEW eine Debatte darüber, vielleicht sogar dagegen?

Mal sehen: www.gew.de/veranstaltungen/detailseite/bildung-erziehung-digital

Und falls es auch ums Kindeswohl gehen sollte, ums klar zu sagen: Da gibts gar nichts zu diskutieren. Kinder im Kindergartenalter müssen erstmal analog spielen, d.h. sich mit ihrem Körper bewegend. Also rumrennen, hüpfen, turnen, singen, mit Klötzen und allem möglichen Kram bauen und rumwerfen und dabei immer: sprechen lernen. Hierbei ist eine digitales „Angebot“ nicht etwa ergänzend und egal. Nein: Es behindert die psycho-motorische Entwicklung und ist somit kontraproduktiv und schädlich. Punkt. Erzieher_innen dürfen sich m.E. selbstbewußt dagegen wehren, durch Weiterbildungen auf diesem Sektor auch noch zur weiteren eigenen Arbeitsverdichtung beizutragen.

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Im 1955 in den USA geprägten Begriff KI, zunächst auch »maschinelle I«, kreuzen sich Diskurse über Mechanik und Geist, die traditionell zumeist im Spannungs- bzw. Ausschlussverhältnis zueinander standen. Das Zeitalter der bürgerlichen Revolutionen und Aufklärung brachte das mechanistisch-materialistische Weltbild hervor. Es war die Epoche nicht nur des Uhrwerks, sondern bereits der ersten mit Lochstreifen gesteuerten Musik- und Webautomaten sowie mechanischen Rechenmaschinen wie denen von Wilhelm Schickard (1623), Blaise Pascal (1641) und Gottfried Wilhelm Leibniz (1673). Klassisch ausgearbeitet hat Thomas Hobbes diese Weitsicht in Leviathan (1651), knapp hundert Jahre später gipfelte sie in Julien Offray de La Mettries L’homme machine (1747), in dem das »neurokyber- netische Modell« des 21. Jh. sich vorgebildet findet (Tetens 1999). Den epochal siegreichen scheinbaren Gegensatz realisierte 1641 Decartes’ Dualismus von »denkender« vs. »ausgedehnter« Substanz (Meditationes de prima philosophia). Es ist dies ein Kompromiss, der – unter Wahrung des Geistvorbehalts und damit unter idealistisch-theologieverträglicher Dominanz – die gesamte Natur- und Körperwelt dem mechanischen Paradigma überlässt.

Weiterlesen im Volltext des HKWM-Artikels auf rosalux.de oder im
spaltenkonkordanten PDF-Auszug aus dem HKWM-Band 8I.


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Beim Bekleidungsdiscounter H&M wurde im Herbst 2022 erstmals überhaupt im Handel ein Digitalisierungstarifvertrag für die rund 14.300 Beschäftigten geschlossen. Die Tarifvertragsparteien formulieren folgende Leitgedanken und Zielsetzungen zur Zukunft des stationären Einzelhandels und zugleich zur Digitalisierung:

»Die gemeinsame menschengerechte Gestaltung der Digitalisierung ist erforderlich, um das Unternehmen zum Vorbild und Vorreiter zu machen, um gute Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, den benötigten Fortschritt im Rahmen der Digitalisierung zu erreichen und das Unternehmen auf diese Weise langfristig zu sichern.« Weiter heißt es: »Technik soll dabei dienen und nutzen, Arbeitsplätze aber nicht ersetzen.«

Diesen »Geist« des Tarifvertrages mit Leben zu füllen, sei nun die Herausforderung der nächsten Jahre und werde sicherlich bei der Umsetzung des Tarifvertrages zu immer neuen Aushandlungsprozessen führen, so Cosimo-Damiano Quinto und Orhan Akman in ihrer mehr als lesenswerten Bilanz des mehrjährigen Prozesses hin zum Tarifvertrag in der Zeitschrift Sozialismus. Weiterlesen

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Too long, didn’t read – so geht es einigen beim Anblick der Klassiker linker Theorie. Die über zweitausend Seiten langen Gefängnishefte von Antonio Gramsci, die komplizierten Schinken von Marx oder Edward Said – wenn ihr keine Zeit habt, die Bücher alleine durchzuackern oder eine Einführung sucht, dann hört euch den Theoriepodcast der Rosa-Luxemburg-Stiftung an.


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Christian Fuchs ist schon alleine als marxistischer Professor zu Internet, Digitalisierungs- und Plattformfragen eine Anomalie. Jetzt ist er nach zehn Jahren an der Uni Westminster zur Uni Paderborn gewechselt, ans dortige Institut für Medienwissenschaften, wo er als Professor of Media Systems and Media Organisation geführt wird.

Das feiert er mit einem weiteren Buch: Christian Fuchs: Digital Democracy and the Digital Public Sphere, London (Routledge) 2023.

Auf 320 Seiten setzt sich der sechste Band der Reihe Media, Communication and Society basierend auf dem Ansatz der Kritik der politischen Ökonomie und der dialektischen Philosophie kritisch auseinander mit Fragen rund um die digitale Öffentlichkeit und die Herausforderungen und Chancen der digitalen Demokratie heute. Weiterlesen

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Online-Konferenz: Arbeitskämpfe und Ansätze der Organisierung in der Plattform-Ökonomie am Beispiel von Essenskurieren in China und Deutschland

10. Dezember 2022, 09:00 bis 13:30 Uhr

Anmeldung bis spätestens 8. Dezember bei Peter Franke, e-mail: forumarbeitswelten@fuwei.de
Die Teilnahme wird per E-Mail bestätigt und ein Zugangscode wird kurz vor der Konferenz versandt.

Die Konferenz des Kritischen China-Forums (mehr darüber unten) will Essenslieferanten aus Deutschland und China (Festland und Hong Kong) zu einem Austausch über Arbeitsbedingungen und Arbeitskämpfe in ihren Ländern zusammenbringen. Dabei wird berücksichtigt, dass die Zustellung auf unterschiedliche Art geschieht – zu Fuß, mit dem Fahrrad, E-Bike, Moped, Motorrad oder auch Auto. Der Austausch soll die Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzeigen und die Art und Weise reflektieren, wie sich in diesem Sektor arbeitende Menschen organisieren und wie sie international zusammenarbeiten. Als Teil der Arbeiterklasse stellt sich die Frage ihrer Organisierung: In Form traditioneller oder anarcho-syndikalistischer Gewerkschaften oder in Kollektiven auch jenseits von Gewerkschaften.
PDF mit Programm und allen Einzelheiten (deutschsprachig | englischsprachig)

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Cover der StudieDie RLS-Studie „Big Tech Goes to War. Uncovering the growing role of US and European technology firms in the military–industrial complex“ ist nun erschienen. Und ich freue mich auf das baldige Erscheinen der deutschen Übersetzung. Noch vor Beginn des großen Krieges in Osteuropa hatte ich mit Stephanie Verlaan und Lucas Maaser über die Möglichkeit einer Studie gesprochen, die sich mit der Frage auseinandersetzt, wie auf der Ebene der Unternehmen eigentlich die Algorithmisierung der Kriegführung vorangetrieben wird: Welche Dynamiken wirken in ihnen, wie erleben es Beschäftigte, die dachten, sie würden für zivile Zwecke arbeiten? Konkret geht es um die Zusammenarbeit zwischen Pentagon und eigentlich auf primär zivile Märkte orientierte Big-Tech-Unternehmen. Weiterlesen

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Digitalisierung polizeilicher Tötungsarbeit (sie nennen es auch gerne Sicherheitsinfrastruktur), Silicon Valley plus Angstgesellschaft machen’s möglich:

The San Francisco Police Department submitted a proposal that would give robots the ability to use deadly force in dangerous situations.“ Quelle: The Verge

Demnächst in dieser Staffel: Kleinkind von Killerrobot erschossen. Kann man nix machen: Softwarefehler!

Nachtrag 7.12.22: Erfolgreiche Bürgerempörung stoppt die Killerroboter in der ehemaligen Hauptstadt von Make love not war: No killer bots in my back yard!


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Ein Kooperationsprojekt zwischen dem Konzeptwerk Neue Ökonomie e. V., Attac, der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt hat Bildungsmaterialien zum Thema „Digitalisierung“ entwickelt: Digitale Technik verändert nicht nur unseren Alltag, sondern auch die Arbeitswelt und die Wirtschaft als Ganze.

Märkte für Waren und Dienstleistungen wandeln sich, neue Arbeitsverhältnisse entstehen. Daten, wie Menschen sich im Internet und außerhalb bewegen, sind die neuen Rohstoffe für eine Ökonomie, in der große Technokonzerne aus dem globalen Norden eine mächtige Rolle spielen. Das Bildungsmaterial beschäftigt sich damit, welche oft ambivalenten Auswirkungen die Digitalisierung auf Gesellschaften hat und wie digitale Technik demokratischer und sozial-ökologisch gerechter gestaltet und genutzt werden kann. Weiterlesen

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