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Screenshot aus „Are You Lost In The World Like Me?“ von Moby, 2016

Ich schreib ja nicht mehr so viel, u.a. weil in meinem persönlichen Umfeld eh kaum jemand noch echte Texte liest und wenn doch im Falle meiner Texte meist reagiert mit einem mehr oder weniger genervten „ach der schon wieder“. Ja, ich weiß: Für Propheten ist zuhause immer Auswärtsspiel. Daher bin ich froh, wenn ichs nicht selber schreiben muss, sondern echte Autoritäten zitieren kann. Wie zum Beispiel Marlen van den Ecker vom DFG-Sonderforschungsbereich Strukturwandel des Eigentums in Jena. Sie schreibt über KI-Nutzung in der aktuellen Wochenendausgabe des ND:

… man verwendet sie zweitens für Aufgaben, die man als müßig oder sinnlos empfindet, zum Beispiel für schablonenhafte Schreiben oder für die Datenverarbeitung. Das ist aus Bequemlichkeits- und Überlastungsgründen nachvollziehbar. Allerdings sollte uns klar sein, dass die vermeintlichen Zeiteinsparungen letztlich ihr Gegenteil bewirken: Statt die Arbeitszeit und Zeit vor Bildschirmen aller zu minimieren, bietet die Beschleunigung wissensintensiver Tätigkeiten vor allem Einsparungsmöglichkeiten für Unternehmen, indem Personal austauschbarer und billiger wird und sich Aufgaben mittel- und langfristig verdichten lassen. So wird effektiv keine Arbeitszeit minimiert und uns die freie Zeit eben nicht zur eigenen Verfügung zuteil, wie kurzfristig von den Advokaten dieser Technologien erhofft wird. (Quelle: ND 21.8.2026, Seite 5)

Diese Wochenendausgabe hat übrigens den Themenschwerpunkt „Verlieren wir den Verstand? Die Wirkung künstlicher Intelligenz auf unser Denken und Fühlen“. Außerdem weitere Fundsachen der letzten Wochen und Monate

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Dieser Text basiert auf einem ursprünglich auf Englisch veröffentlichten Beitrag im Climate MattersBlog der Universität Hamburg und wurde für die vorliegende Fassung überarbeitet.

Spätestens mit dem Beginn der zweiten Amtszeit Donald Trumps scheint der Richtungsstreit zwischen den fossilen und den erneuerbaren Kapitalfraktionen im Westen auf politischer Ebene vorläufig entschieden. Damit einhergehend ist auch das Projekt eines ‚grünen Kapitalismus‘ politisch gescheitert. Dass dieses Projekt sich jedoch auch auf einer theoretischen Ebene – vor allem aus epistemologischer Perspektive – von Beginn an auf einem Holzweg befand, zeigt Cédric Durand in seinem Artikel „The Problem of Knowledge in the Anthropocene“ (2026)1. Darüber hinaus entwickelt er einen ersten Vorschlag dafür, wie eine neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Ordnung aussehen könnte, die in der Lage wäre, dem sich zunehmend verschärfenden anthropogenen Klimawandel wirksamer entgegenzuwirken. Dieser Blogbeitrag beleuchtet die zentralen Erkenntnisse aus Durands Artikel und ordnet die daraus resultierenden Implikationen ein. Weiterlesen

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Aus gegebenem Anlass, einen Kollegen beschäftigt die Sache beim Mittagstisch und weil meine Nachlese ja vielleicht über den Einzelfall hinaus interessant ist. Das Problem, eine noch nicht ausgeheilte Corona-Spätfolge: Die Arbeitgeberin setzt Zoom voraus für bestimmte Meetings. Das erscheint aber aus Beschäftigtensicht inakzeptabel, sobald man auch auf Arbeit nicht bereit ist, auf ein Mindestmaß an persönlicher digitaler Souveränität zu verzichten, konkret: Wenn man für seine eigene Person eine Bild- und Sprach-basierte Verhaltensprofilierung durch einen Digitalkonzern ausschließen will – auch während der Arbeitszeit. Zur Erinnerung: Gegenstand des Arbeitsvertrags ist ein Teil der Lebenszeit, nicht ein Teil der Persönlichkeit, nämlich der visuelle und sprachliche Ausdruck einer Person. Weiterlesen

Sind NFTs 2026 Geschichte?

Der Hype um NFTs (Non-Fungible Tokens) ist schon länger vorüber. Spätestens seit dem Zusammenbruch des NFT-Marktes im Jahr 2022 ist klar, dass es sich bei NFTs um höchst spekulative Investments handelt. Der NFT-Boom der späten 2010er und frühen 2020er Jahre war Teil eines breiteren Krypto-Wahns, der vor allem von Early Adopters – die auf schnelle Gewinne aus waren – maßgeblich vorangetrieben wurde. Dies geschah auf vehemente und oft sogar betrügerische Weise; einige Marketingstrategien von NFT-Händlern wiesen sogar Ähnlichkeiten mit Schneeballsystemen auf (https://theconversation.com/nfts-an-overblown-speculative-bubble-inflated-by-pop-culture-and-crypto-mania-174462). Doch trotz dieser dubiosen Strategien und dem Ende des Hypes sind NFTs noch lange nicht Geschichte. Ein prominentes Beispiel hierfür ist die Reihe CryptoPunks von Matt Hall und John Watkinson (gemeinsam bekannt als Larva Labs), die weiterhin einen relevanten popkulturellen Einfluss und auch entsprechende Verkaufszahlen haben. Nach ihren eigenen Angaben fanden von den acht teuersten CryptoPunk-Verkäufen die Hälfte nach dem Zusammenbruch des NFT-Marktes 2022 statt. Innerhalb der letzten zwölf Monate (Stand Januar 2026) wurden 1.876 CryptoPunks für einen durchschnittlichen Preis von ca. 160.000 US-Dollar verkauft. Somit wurde in diesem Zeitraum eine Gesamtverkaufssumme von über 300 Millionen US-Dollar verzeichnet (https://www.cryptopunks.app/). Ein Charakteristikum das CryptoPunks – im Vergleich zu anderer digitaler Kunst, die mit NFTs authentifiziert wird auszeichnet, ist, dass sie als sogenannte On-Chain Art direkt auf der Ethereum-Blockchain gespeichert werden (https://www.larvalabs.com/blog/2021-8-18-18-0/on-chain-cryptopunks). Weiterlesen

Spätestens nachdem der demokratische Sozialist aus den Reihen der Democrats, Zohran Mamdani, am 4. November 2025 zum neuen Bürgermeister New York Citys gewählt wurde, stellt sich innerhalb der gesellschaftlichen und parteipolitischen Linken die Frage, was man von diesem Erfolg lernen kann. Wie konnte seine Kampagne über 50.000 ehrenamtliche Helfer:innen mobilisieren? Wie kam es dazu, dass er sowohl in New York, als auch über die Grenzen der Stadt und über innerlinke Kreise hinweg große Aufmerksamkeit erfahren hat? Ein Aspekt, der die Mobilisierung und erhöhte Aufmerksamkeit begünstigt hat, war die erfolgreiche Nutzung der sozialen Medien. Während er vor dem Start seiner Kandidatur weniger als 20.000 Follower:innen auf Instagram hatte, folgten ihm schon zu den Vorwahlen im Juni fast 4 Millionen Menschen. Seine Konkurrenten um das Bürgermeisteramt, die zu dieser Zeit zwischen 130.000 und 200.000 Follower:innen schwankten, waren schon damals weitestgehend abgeschlagen [1]. Auch auf anderen Social-Media-Plattformen wie TikTok oder X herrschte eine ähnlich deutliche Kluft zwischen dem Mitglied der Democratic Socialists of America (DSA) und seinem unabhängigen und republikanischen Konkurrenten [2]. Zudem gingen regelmäßig Videos von ihm viral. Das prominenteste Beispiel hierfür ist ein Clip, in dem Mamdani den Direktor der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE), Thomas Homan, energisch konfrontiert, während Polizisten ihn zurückhalten. So stand schon lange vor dem vierten November für einige Kommentatoren fest: „Mamdani is clearly winning online.” In diesem Kontext scheint es sinnvoll, sich Mamdanis Online-Kampagne genauer anzusehen, um aus seinen Mobilisierungstaktiken im Internet Lehren zu ziehen und diese gegebenenfalls in weiteren Kampagnen und Mobilisierungs- bzw. Organisationsvorhaben zu implementieren. In diesem Blogeintrag will ich drei Punkte von Mamdanis Social Media Kampagne näher beleuchten: Erstens den Stil der Kampagne und die damit verbundene Authentizität, zweitens den Umgang mit Anfeindungen und drittens das Instagram-Tool Manychat. Weiterlesen

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Wer schreibt eigentlich heute so die Koalitionsverträge? Die KI!

zdfHeute dazu:

In die Koalitionsverhandlungen war der VKU [Verband Kommunaler Unternehmer; ME] noch auf anderem Wege eingebunden. Teil des fünfköpfigen SPD-Verhandlungsteams zu Klima und Energie war auch der Kieler SPD-Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, der zugleich der Präsident des VKU ist. Kämpfer sagte im Nachgang der Verhandlungen, ein junger Kollege habe sich über einen KI-Chatbot „Formulierungsvorschläge für einen Koalitionsvertrag“ ausgeben lassen.

Momentmoment, noch nicht klatschen! Kommt noch:

Als Grundlage für die Formulierungsvorschläge des Bots hätten E-Mails von Lobbyverbänden gedient. Das sei „beeindruckend“ gewesen und habe „die Arbeit erleichtert“, sagte der SPD-Verhandler der Zeitung des VKU.

Trainingsdaten für die KI lieferten die Emails von Lobbyverbänden. Nicht etwa Emails aus Selbsthilfegruppen von Bürgergeldempfängern oder Zwangsräumungsbetroffenen. Kopfschüttel, und: Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten. Ach nee, das war ja ursprünglich ein Kampfreim der Faschos, wie uns Knarf Rellöm dankenswerterweise erklärt hat.

Aber was den Koalitionsvertrag angeht: Entwarnung. Nicht die KI hat ihn vorformuliert, sondern die Lobbyverbände. Alles wie immer. Nichts neues unter der Sonne. Bitte weitergehen, hier gibt’s nichts zu sehen.

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Am 25. und 26. Februar 2025 fand die sogenannte Industrial Metaverse Conference im SZ Hochhaus in München statt. Die Konferenz wurde von SV Veranstaltungen organisiert, einem Veranstaltungsunternehmen, das zum selben Medienkonglomerat wie die Süddeutsche Zeitung gehört. Für knapp 1.500 Euro Teilnahmegebühr konnte man an den zwei Tagen Vorträgen und Diskussionen von Vertreter:innen namhafter Industrieunternehmen und wissenschaftlicher Institutionen, wie dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) sowie Siemens, Mercedes-Benz, der Deutschen Bahn, NVIDIA und Bosch, lauschen. Thematisch ging es, wie der Name der Konferenz schon impliziert, um die Anwendungen und Potenziale des Metaverse in der Industrie. Konkret wurden beispielsweise die Möglichkeiten der Effizienzsteigerung und Wettbewerbsfähigkeit von der Produktplanung bis zur Fertigung, aber auch über eine Nutzung des Metaverse im Zeitalter generativer KI diskutiert [1] [2].
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Einleitung

Als netzbasierte Hosting-Plattform für Softwarecode entwickelte sich das 2008 gegründete und zehn Jahre später von Microsoft übernommene GitHub, zu einer der relevantesten Plattformen für die kollaborative Softwareproduktion und Versionenverwaltung von Softwarecode. Als größte Plattform der Branche gilt GitHub als „‚kulturelles Epizentrum‘ für das exponentielle Wachstum der Open Source [Softwareproduktion]“ (O’Neil et al., 2022, 6) (Daigle, 2023; Dohmke, 2023; Elliot, 2021; Kochhar et al., 2021, 1838). Zudem wird GitHub mittlerweile von mehr als 90 % aller ‚Fortune 100‘-Firmen zur Entwicklung ihrer Software genutzt (Build Software Better, Together, o. D.).

Deswegen versuche ich in diesem zweiteiligen Blogeintrag GitHub in den Kontext des digitalen Kapitalismus einzuordnen. Spezifisch gehe ich dabei auf die Herstellung von Software und die Produktion von Mehrwert mittels GitHub und seiner 2021 veröffentlichten Künstlichen Intelligenz GitHub Copilot ein. Die Basis meiner Analyse bilden Karl Marx‘ Mehrwerttheorie, seine Maschinentheorie, sein Konzept des General Intellect und Klaus Dörres Landnahmetheorem. Im ersten Teil widme ich mich der Beschreibung und Analyse von GitHub, während ich mich im zweiten Teil auf GitHub Copilot konzentriere. Weiterlesen

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Es soll ja immer noch Leute aus dem emanzipatorisch-fortschrittlichen Lager geben, die die Grünen als Wahloption betrachten. Ja: Gesellschaftspolitisch mögen sie nicht der Feind sein, erledigen diesem jedoch Bärendienste. Wahltaktisch sie sind definitiv der Gegner, denn das Wählerspektrum, um das sie buhlen, überschneidet sich mit dem der Linken. Bei vollem Verstand betrachtet sind sie jedoch nicht wählbar: Grund- und menschenrechtepolitisch dekliniert das dankenswerterweise Markus Reuter am Aufhänger Digitalpolitik durch, unter der Überschrift „Hardliner Habeck im Law-and-Order-Strudel“.

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Barbara Eder schreibt in der Jungen Welt vom 13.11.24:

Was einst »Maschinenstürmerei« hieß, hat heute negative Konnotationen — in der Praxis des Luddismus schwingt jedoch nicht notwendigerweise die Idee der Fortschrittsfeindlichkeit mit. … Den Ludditen ging es weniger um den physischen Akt des Maschinenzerstörens, sie zielten auf die symbolische Macht dahinter. Einige ihrer legitimen Nachfahren operieren anders: Der Mut zum Maschinensturm ist ihnen gleichbedeutend mit einer Haltung, die alles ablehnt, was auf willkürlichen Beschränkungen technischen Wissens beruht, denn erst durch selbiges lassen sich die letzten Bastionen magischen Denkens [Herv. me] zu Fall bringen. Bis heute macht der Closed-Source-Charakter der meisten kommerziellen Computeranwendungen die Quellcodeeinsicht und damit auch den modifizierten Nachbau unmöglich. Hackerinnen und Hacker setzen im Dahinter an — und tragen damit den trügerischen Schein von schimmernden Oberflächen ab.

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