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Säulen des digital souveränen Open-Source-Arbeitsplatzes in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein ist für viele praktisch schon Dänemark und dort ist eh alles anders, vieles schöner (Biwak-Plätze für Radwanderer zum Beispiel). Dennoch sei hier zu Protokoll gegeben:

Mit Open Source zu mehr digitaler Souveränität in Schleswig-Holstein

Mit dem digital souveränen IT-Arbeitsplatz soll die Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von einzelnen Softwareanbietenden grundlegend reduziert werden. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Erreichung digitaler Souveränität. Neben verbesserter Informationssicherheit und Datenschutz ermöglicht der Einsatz von Open-Source-Software (OSS) auch schnellere Innovation bei IT-Anwendungen.

Quelle

Der entscheidende Satz für jede Verwaltungspraxis liest sich bei Säulen des digital-souveränen Open-Source-Arbeitsplatzes so:

Fachverfahren die nicht Betriebssystemunabhängig eingesetzt werden können, sind durch Alternativprodukte zu ersetzen oder über einen remote-fachverfahren-bereitstellungs-dienst zur Verfügung zu stellen. Eine Marktanalyse möglicher Lösungen wird zeitnah initiiert.

Das nenne ich mal radikalen Reformismus.

 

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Wer assimiliert hier wohl wen??

Microsoft macht für seine KI-Lern- und Programmierplattform jetzt mit Ubuntu eine Linux-Variante zur Systemvoraussetzung.

Windows AI Studio will run only on NVIDIA GPUs for the preview, so please make sure to check your device spec prior to installing it. WSL Ubuntu distro 18.4 or greater should be installed and is set to default prior to using Windows AI Studio. Quelle

Das ist wie wenn die Autohersteller Dir ihr neuestes Modell nur noch verkaufen, wenn Du Dir vorher ein Fahrrad besorgst, um dann auf der einen Seite ins Auto zu steigen, auf der anderen gleich wieder raus und aufs Fahrrad, um loszuradeln. Und so würde die Verkehrswende tatsächlich klappen, auch mit den Automobilkonzernen…

Damit hab ich wohl gewonnen und kann mir ein neues Thema suchen: Microsoft Windows benutzt nicht einmal mehr Microsoft selbst ernsthaft. Das benutzen die nur noch, um die Ahnungs- und/oder Wehrlosen zu melken (gemeinsam mit ihren Amig@s in Staat und Politik, wie z.B. in Berlin). Aber Berlin kann ja auch nicht anders: Die Hauptstadt der Infrastrukturapokalypse hat immerhin einen Ruf zu verlieren. Anders als so abseitige Provinzen wie – ist das nicht eigentlich schon Dänemark? – Schleswig-Holstein.

 

 

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Mangels unvoreingenommenen Bildmaterials: Fossiler Abdruck eines mehr als 500 Millionen Jahre alten, früh-kambrischen Tausendfüßlerähnlichen aus der Fundstelle Chengjiang, Yunnan, China.
Bild: Dwergenpaartje, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia

Schon vor einiger Zeit hatte Marc Püschel bei der Tageszeitung junge Welt einen zweiteiligen Artikel über das Social Credit System der VR China [1, 2]. Die beiden Texte sind nur im jW-Abo im Volltext zu haben. Wir veröffentlichen den Gesamttext hier jetzt als nach wie vor wichtigen Debattenbeitrag mit dem PDF im Volltext (mit Genehmigung der jW, die Rechte verbleiben dort – ein jW-Abo lohnt sich auch über diesen Text hinaus!).

Bei dem Text handelt sich um den nach meinem (gewiss unvollständigen) Überblick einzigen (deutschsprachigen?) Artikel (jenseits obskurer Publikationen), der das Thema Social Credit System behandelt, ohne die im NATO-Westen üblichen Vorverurteilungen als Maß aller Dinge anzulegen. (Update Ende April 23: Timo Daums skeptische Betrachtung des Social Credit Systems vermeidet es, in die populäre westliche Überwachungsschelte einzustimmen und anerkennt die hohen Zustimmungswerte vor Ort.) Weiterlesen

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Das Gute im Schlechten: Anlässlich der Pandemie wurden lange geplante, aber in den Schreibtischschubladen der zuständigen Ämter verwesende Pläne für Pop-Up-Fahrradwege plötzlich blitzschnell umgesetzt. Und so wie uns die Seuche weiter in Wellen begleiten wird, bleiben hoffentlich auch die neuen Fahrradwege. Einen Digitalpakt für Bildung gabs (auch wenn weiterhin Streit nötig ist über die Art und Weise, wie das Geld ausgegeben werden soll). Und ebenso – weniger prominent und mit 800 Millionen auch etwas weniger üppig ausgestattet – gabs auch einen Digitalpakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst.

Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) erschien unter den Bedingungen der Pandemie wie eine große Telefonzentrale mit Statistikabteilung: Fälle erfassen, Zahlen aufbereiten und weiterleiten, Kontakte benachrichtigen. Aber Public Health, das medizinische Fach hinter dem Dienst und damit der Dienst als öffentliche kommunale Verwaltungseinrichtung, ist mehr. Public Health fordert dem angehenden Facharzt, der angehenden Fachärztin 5 Jahre Spezialausbildung ab. Dabei geht es interdisziplinär u.a. um Epidemiologie, Sozialmedizin, Gesundheitsförderung und Prävention, Versorgungsforschung, Gesundheitsberichterstattung, Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Ethik. Die ÖGD operieren auf der Basis eines umfassenden Verständnisses über die Verbreitung und Verhinderung von Krankheiten in der Bevölkerung. Sie bilden damit das Gegengewicht zur Individualmedizin, die die einzelne Patientin in der Behandlung hat und strukturell blind bzw. handlungsunfähig ist gegenüber gesellschaftlichen und politischen Krankheitsursachen und Gesundheitsrisiken. Weiterlesen

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Jetzt auch in deutschsprachiger Übersetzung (pdf).

Transform!, die Stiftung für politische Bildung der Europäischen Linkspartei, hat eine ausführliche und kritische, polit-ökonomische Studie von Marco Berlinguer über Freie und Open Source Software (FOSS) veröffentlicht. Wie der Titel „Commons, Markets and Public Policy“ nahelegt, geht es um FOSS nicht nur als Commons, sondern auch als Durchlauferhitzer für Innovation, Rationalisierung und Profitsteigerung in der kapitalistischen Digitalwirtschaft und Möglichkeiten von FOSS im Hinblick auf das Öffentliche. Weiterlesen

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Die Veranstaltung stellte sich heraus als öffentlich eingeladenes Treffen der LAG Netzpolitik. Nach kurzen Inputs von mir selbst (Linux-Migration: Was ist in München schiefgegangen; was hat die RLS vor; einige weiterführende Beispiele in kleineren Behörden und Kommunen) und von Tobias Schulze (MdA) mit einem Überblick über die Geschichte und den derzeitigen Stand von eGovernment in Berlin ergab sich eine lebendige Gruppendiskussion. Zum Einlesen hatte ich ja Linux in München und Das Microsoft-Dilemma empfohlen. Nebenbei die neueste Neuigkeit zu München: Der Beratungskonzern, der das sog. Gutachten angefertigt hat, mit dem die Rückabwicklung der Migration zurück zu Windows begründet wird, und der schon seit fast 20 Jahren eng verbandelt ist mit Microsoft, hat jetzt ein Service-Joint-Venture mit Microsoft gegründet – sicherlich spielten die zu erwartenden öffentlichen Aufträge in München dabei keine Rolle… Einige Themen, die wir unterschiedlich kontrovers diskutiert haben, nehme ich hier noch einmal auf, um sie ausführlicher zu kommentieren, als das im Gespräch möglich war. Weiterlesen

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Link zur Tischvorlage (PDF): windows-dilemma-beirat.pdf

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Europaweite Schlagzeilen zum Thema „Microsoft Dilemma“ Bild: Christian T. Joergensen via Investigate-Europe

…auch in der Rosa-Luxemburg-Stiftung? Dazu: Eine sehenswerte Fernsehdoku in der ARD-Mediathek!

Schaut Euch bitte den Film an und/oder erlaubt mir einige Anmerkungen und Verweise, warum ich dieses Thema für höchst relevant halte für uns als Rosa-Luxemburg-Stiftung, und zwar nicht als technisches oder administratives Problem, sondern als ein Thema, über das wir alle reden sollten, um zu einem gemeinsamen politischen Willen zu kommen: Windows 7 kommt in die Jahre. Anfang 2020 erzwingt Microsoft die Aktualisierung auf Windows 10, indem sie den Support für Windows 7 abschalten („End of Life – EOL“). Aber ist die Verwendung von Software aus dem Hause Microsoft überhaupt noch vertretbar? Weiterlesen

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