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coverjetzt erst habe auch ich das bereits 2013 erschienene büchlein gelesen, das in dialogischer form auf einen emailschriftwechsel (verschlüsselt oder unverschlüsselt??) zwischen dem in england ansässigen großphilosophen zygmunt bauman und dem kanadischen überwachungssoziologen david lyon im jahre 2011 zurückgeht: daten, drohnen, disziplin. ein gespräch über flüchtige überwachung. zygmunt baumann und david lyon, suhrkamp (berlin) 2013.

stark beginnt der text mit der beschreibung des neuen im entstehenden überwachungssystem auf der basis soziologischer begriffe, in meinen worten: big data und (un)sicherheitsproduktion durch die formung statistischer typen als alter ego jeder person – vor allem lyons in frageform gekleidete beiträge treiben diesen strang voran. die fluchtrichtung des textes verläuft dann aber leider nicht in richtung – ganz allgemein gesprochen – produktionsweise, privateigentum an (auch den kontrollgesellschaftlichen) produktionsmitteln, arbeitsbedingungen und wie lassen die sich trotz und gegen kontrollgesellschaftliche tendenzen organisiert und in menschengemäßer form aneignen bzw. transformieren, sondern es geht um die verfassung des individuums und was ethisch-moralisch skandalös ist bzw. wünschenswert wäre. Weiterlesen

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Für eine kritische politische Ökonomie der Medien und des Internets im Zeitalter von Apple, Facebook, Google und Twitter. Luxemburg Lecture von Christian Fuchs.

Christian Fuchs stellt in seiner Lecture die Frage, wie man Phänomene wie Apple, Facebook, Google und Twitter kritisch analysieren kann. Es geht um die Untersuchung von Kommunikation im Kontext des heutigen Kapitalismus und seiner Krise. Der beste Ansatz zur Analyse von Kommunikationsphänomenen ist eine gesellschaftskritische Herangehensweise, nämlich jene der Kritik der politischen Ökonomie der Medien. Beispielhaft werden in diesem Vortrag zeitgenössische digitale Medien im Kontext von Kapitalismus, Macht, Ideologie, sozialen Kämpfe und Alternativen betrachtet.

Christian Fuchs ist Professor für Social Media an der University of Westminister und Redakteur der Zeitschrift tripleC: Communication, Capitalism & Critique.

Standpunkte_02-2015Soeben erschienen: Die Entstehung des digitalen Prekariats. Crowdworker im Internet haben kaum Rechte und verdienen wenig – dennoch beginnen sie sich zu organisieren. Standpunkte 2/2015 von Sebastian Strube.

Outsourcing ist allgemein bekannt. Die Weiterentwicklung dieses Prinzips heißt Crowdsourcing: Arbeit wird nicht mehr in Billiglohnländer outgesourct, sondern an all die Menschen, die sich im Internet herumtreiben – an die Crowd. Im Netz entsteht dadurch ein neuer Niedriglohnsektor, der die Art, wie wir arbeiten, so stark verändern könnte wie einst die Erfindung des Fließbands vor knapp 100 Jahren. Auf der Plattform Mechanical Turk von Amazon etwa schuften hunderttausende AkkordarbeiterInnen aus 190 Ländern oft für zwei bis drei Euro pro Stunde. Mittlerweile gibt es auch in Deutschland viele Firmen mit ähnlichen Angeboten. Das neue digitale Prekariat hat praktisch keine Rechte und verdient wenig. Dennoch sehen sich viele Crowdworker nicht als Opfer, sondern als Avantgarde einer neuen digitalen Arbeiterklasse, die gerade anfängt, sich zu organisieren, und die ihr Recht auf Teilhabe an der digitalen Gesellschaft einfordert.

Im vergangenen Jahr fand in Berlin auch eine Veranstaltung mit Sebastian Strube statt, eine Audioaufzeichnung der Veranstaltung gibt es hier.

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galleSchön zu lesen, ein aktueller Artikel zur Frage “Was ist eigentlich noch sicher?”:

Wir befinden uns im Jahre 2015 n.Chr. Das ganze Internet wird von der NSA kontrolliert… Das ganze Internet? Nein! Eine von unbeugsamen Kryptographen und Entwicklern bevölkerte Open Source Welt hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern NSA, GCHQ, CSEC, GCSB und ASIS liegen … Weiterlesen

Interessant ist der Beitrag auch dadurch, dass er im Fazit auf den Punkt kommt, dass Sicherheit und Datenschutz keine rein technisch erreichbaren Ziele sind, sondern immer auch sozial und politisch hergestellt und aufrecht erhalten werden müssen. Das belegt die Forderung des englischen Premierministers Verschlüsselung gleich ganz zu verbieten. Auch der “mächtigste Mann” der Welt sieht das so. Der deutsche Innenminister und Zuständige im Rat der Europäischen Union schlossen sich mit ähnlichen Überlegungen (Stichwort: Schlüsselhinterlegung) an. Obwohl diese Gestalten mit GCHQ, NSA, BND usw. die technisch mächtigsten Staatsicherheitsapparate der Welt unter sich haben, sehen sie sich in der Not, ihr Ziel, verschlüsselte Kommunikation ausschnüffeln lassen zu können, politisch durchsetzen zu müssen. (Ganz nebenbei: Schon seit 2007 [!] erlaubt das Gesetz in England bis zu 5 [!] Jahre Erzwingungshaft für Menschen, die angesichts des Verweises auf die “nationale Sicherheit” ihr Passwort nicht herausgeben wollen oder können. Das Gesetz wurde gleich im Folgejahr und seitdem immer wieder angewendet. Es geht also beim neuerlichen Vorstoß offensichtlich um die generelle Verhinderung wirksamer Verschlüsselung – nicht mit technischen, sondern mit juristisch-repressiven Mitteln.) Weiterlesen

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Jede Gesellschaft bekommt das Netz, das sie verdient: Nach gut 20 Jahren Internet wie wir es kennen (bzw. WWW) verdichten sich die Zeichen. Die herrschende Klassengesellschaft schickt sich an, das (zumindest auf der technischen Ebene) nicht-diskriminierende Netz zu transformieren in ein Klassennetz: Wer zahlt, wird prompt beliefert (“Spezialdienst”), alle anderen können gucken, wie sie ihre unabhängigen Datenpakete an den kommerziellen noch vorbeimogeln können. Und wer die Technik der Transportkontrolle so verändert, dass er Pakete unterschiedlichen Inhalts unterschiedlich schnell transportieren kann, kann auch entscheiden, bestimmte Dinge gar nicht zu transportieren. Mit anderen Worten: Wer die Netzneutralität aufgibt, öffnet Überwachung und Zensur die Tür zu einer Basisschicht des Internets – und zwar sperrangelweit, wo sie bisher allenfalls einen Spalt breit geöffnet war. Erstaunlich, welche netzpolitische Macht durch eine hindurchläuft, für die nach eigenem Bekunden vor nicht all zu langer Zeit das Netz noch “Neuland” war. Wir müssen uns also organisieren: Um ein neues Internet zu bauen und bis es soweit ist, zu versuchen einige sinnvolle Forderungen durchzusetzen.

 

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Der Dokumentarfilm »Citizenfour« begleitet die Veröffentlichungen des durch Edward Snowden geleakten NSA-Materials
Seit dem 6. November 2014 ist der Dokumentarfilm »Citizenfour« in deutschen Kinos zu sehen. Es ist der dritte Film der US-amerikanischen Filmemacherin Laura Poitras, der sich mit den Folgen des sogenannten Antiterrorkriegs nach dem 11. September 2001 beschäftigt. »Dieser Film wäre ohne die unglaubliche Unterstützung von vielen Menschen nicht möglich gewesen.« Mit diesem Satz eröffnete Poitras am 5. November 2014 die Premiere in Berlin und bat alle anwesenden Beteiligten nach vorne – am Ende standen 35 Personen auf der Bühne, die gewöhnlich unsichtbaren Arbeitskräfte im Entstehungsprozess eines Films. Weiterlesen

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Im Neuen Deutschland gibts die Rubrik Netzpolitik – immer ein Lesezeichen wert. Dort unterzieht Nick Sinakusch die Kryptowährung Bitcoin und die mit ihr verbundenen Ideen und Hoffnungen einer materialistischen Kritik:

Und zur Krise kommt es früher oder später ohnehin, ob in Bitcoin gezahlt wird oder in Euro. Denn der Grund der Krise liegt nicht in einer kreditgetriebenen Geldvermehrung. Sondern in der Tatsache, dass die kapitalistischen Unternehmen nicht nach Bedürfnissen produzieren, sondern Profit machen wollen. Das Konkurrenzspiel zwingt zur immer größeren Produktion und der immer wachsenden Warenmenge steht eine stets begrenzte Kaufkraft gegenüber. Ein anderes Geld löst diesen Grundwiderspruch nicht. … Sie sind Geld: Ein Mittel, den Ausschluss der Menschen von den Waren zu organisieren. Schließlich dient die ganze ausgefeilte Technik der Bitcoins nur dem Zweck der verlässlichen Eigentumsübertragung – also dem Zweck, sicherzustellen, dass die einen Geld haben und die anderen nicht und dass alles auch nur über Geld zu bekommen ist. Im Bitcoin-Universum sichert nicht mehr der Staat das Privateigentum, sondern die Technik. Mehr

Mit den beiden griechischen Ökonomen Vasilis Kostakis und Chris Giotitsas (»The (A)political Economy of Bitcoin«) kommt er zu dem Ergebnis, es brauche nicht neues oder anderes Geld. Nötig wäre vielmehr »eine andere politische Ökonomie, die die Fesseln des kapitalistischen Opportunismus abstreift und uns in eine neue Ära der wirtschaftlichen Transaktionen auf Basis der schöneren Aspekte des menschlichen Geistes leitet«.

Heute Abend Diskussion zum Thema in der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin.

 

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nsabndDeutsche Hersteller von Kleinwaffen exportieren ihr Tötungswerkzeug in alle Welt. Die zuständigen Stellen in Wirtschafts- und “Verteidigungs”-Ministerium nicken es ab. Sind die Waffen dann in der Landschaft verteilt und werden z.B. von Islamisten allzu frech eingesetzt, dann sprechen sich die gleichen Behörden und ihre Herrschaften für Allianzen und Kriege gegen den Terror aus und liefern noch mehr Waffen und zuweilen auch eigene Spezialisten für organisierten Mord und Totschlag in die Kriegsgebiete. Ähnlich absurd geht es derzeit in der Netzpolitik zwischen Innenministerium und Kanzleramt zu: Der Innenminister wird nicht müde, mit viel Wind im Rahmen der sog. Digitalen Agenda zur Bekämpfung von Cyberkriminalität aufzurufen, während das Kanzleramt dem Bundesnachrichtendienst erlaubt, in den düstersten Ecken des Internet bisher nicht öffentliches Wissen über Sicherheitslücken (sog. Zero-Day-Exploits) aufzukaufenen, um damit in aller Welt verschlüsselte Kommunikation auszuspionieren. Weiterlesen

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christian

Christian Fuchs (2014)

Save the date: Christian Fuchs kommt als Gast der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu einer Luxemburg Lecture nach Berlin. Er ist Professor für Social Media an der University of Westminster. Er hat gerade Bücher zu Arbeitsverhältnissen in der Digitalisierung und zur politischen Ökonomie der Social Media-Konzerne veröffentlicht und ist Mitherausgeber der Zeitschrift tripleC: Communication, Capitalism & Critique. Open Access Journal for a Global Sustainable Information Society. Er wird eine politische Vorlesung halten mit anschließender Diskussionsmöglichkeit: “Krise, Kommunikation, Kapitalismus: Für eine kritische politische Ökonomie der Medien und des Internets im Zeitalter von Apple, Facebook, Google und Twitter.” Weitere Infos auf rosalux.de

Luxemburg Lecture mit Prof. Christian Fuchs
12. Dezember 2014, 19.30
Café im Betahaus Berlin

 

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Digitale Goldschürferei: Bitcoin-Mining

Beat Weber (Redakteur, Zeitschrift «Kurswechsel») wird einen kritischen Blick auf die neuen digitalen Zahlungsmittel richten und Nadja Rakowitz (Redakteurin, Zeitschrift «express. Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit») die anschließende Debatte moderieren. Das ganze wird stattfinden am
Dienstag, den 18.11.2014 um 19:00 Uhr im
Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin. Video und Mehr in der Veranstaltungsdokumentation auf rosalux.de

 

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