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Jede Gesellschaft bekommt das Netz, das sie verdient: Nach gut 20 Jahren Internet wie wir es kennen (bzw. WWW) verdichten sich die Zeichen. Die herrschende Klassengesellschaft schickt sich an, das (zumindest auf der technischen Ebene) nicht-diskriminierende Netz zu transformieren in ein Klassennetz: Wer zahlt, wird prompt beliefert (“Spezialdienst”), alle anderen können gucken, wie sie ihre unabhängigen Datenpakete an den kommerziellen noch vorbeimogeln können. Und wer die Technik der Transportkontrolle so verändert, dass er Pakete unterschiedlichen Inhalts unterschiedlich schnell transportieren kann, kann auch entscheiden, bestimmte Dinge gar nicht zu transportieren. Mit anderen Worten: Wer die Netzneutralität aufgibt, öffnet Überwachung und Zensur die Tür zu einer Basisschicht des Internets – und zwar sperrangelweit, wo sie bisher allenfalls einen Spalt breit geöffnet war. Erstaunlich, welche netzpolitische Macht durch eine hindurchläuft, für die nach eigenem Bekunden vor nicht all zu langer Zeit das Netz noch “Neuland” war. Wir müssen uns also organisieren: Um ein neues Internet zu bauen und bis es soweit ist, zu versuchen einige sinnvolle Forderungen durchzusetzen.

 

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Der Dokumentarfilm »Citizenfour« begleitet die Veröffentlichungen des durch Edward Snowden geleakten NSA-Materials
Seit dem 6. November 2014 ist der Dokumentarfilm »Citizenfour« in deutschen Kinos zu sehen. Es ist der dritte Film der US-amerikanischen Filmemacherin Laura Poitras, der sich mit den Folgen des sogenannten Antiterrorkriegs nach dem 11. September 2001 beschäftigt. »Dieser Film wäre ohne die unglaubliche Unterstützung von vielen Menschen nicht möglich gewesen.« Mit diesem Satz eröffnete Poitras am 5. November 2014 die Premiere in Berlin und bat alle anwesenden Beteiligten nach vorne – am Ende standen 35 Personen auf der Bühne, die gewöhnlich unsichtbaren Arbeitskräfte im Entstehungsprozess eines Films. Weiterlesen

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Im Neuen Deutschland gibts die Rubrik Netzpolitik – immer ein Lesezeichen wert. Dort unterzieht Nick Sinakusch die Kryptowährung Bitcoin und die mit ihr verbundenen Ideen und Hoffnungen einer materialistischen Kritik:

Und zur Krise kommt es früher oder später ohnehin, ob in Bitcoin gezahlt wird oder in Euro. Denn der Grund der Krise liegt nicht in einer kreditgetriebenen Geldvermehrung. Sondern in der Tatsache, dass die kapitalistischen Unternehmen nicht nach Bedürfnissen produzieren, sondern Profit machen wollen. Das Konkurrenzspiel zwingt zur immer größeren Produktion und der immer wachsenden Warenmenge steht eine stets begrenzte Kaufkraft gegenüber. Ein anderes Geld löst diesen Grundwiderspruch nicht. … Sie sind Geld: Ein Mittel, den Ausschluss der Menschen von den Waren zu organisieren. Schließlich dient die ganze ausgefeilte Technik der Bitcoins nur dem Zweck der verlässlichen Eigentumsübertragung – also dem Zweck, sicherzustellen, dass die einen Geld haben und die anderen nicht und dass alles auch nur über Geld zu bekommen ist. Im Bitcoin-Universum sichert nicht mehr der Staat das Privateigentum, sondern die Technik. Mehr

Mit den beiden griechischen Ökonomen Vasilis Kostakis und Chris Giotitsas (»The (A)political Economy of Bitcoin«) kommt er zu dem Ergebnis, es brauche nicht neues oder anderes Geld. Nötig wäre vielmehr »eine andere politische Ökonomie, die die Fesseln des kapitalistischen Opportunismus abstreift und uns in eine neue Ära der wirtschaftlichen Transaktionen auf Basis der schöneren Aspekte des menschlichen Geistes leitet«.

Heute Abend Diskussion zum Thema in der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin.

 

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nsabndDeutsche Hersteller von Kleinwaffen exportieren ihr Tötungswerkzeug in alle Welt. Die zuständigen Stellen in Wirtschafts- und “Verteidigungs”-Ministerium nicken es ab. Sind die Waffen dann in der Landschaft verteilt und werden z.B. von Islamisten allzu frech eingesetzt, dann sprechen sich die gleichen Behörden und ihre Herrschaften für Allianzen und Kriege gegen den Terror aus und liefern noch mehr Waffen und zuweilen auch eigene Spezialisten für organisierten Mord und Totschlag in die Kriegsgebiete. Ähnlich absurd geht es derzeit in der Netzpolitik zwischen Innenministerium und Kanzleramt zu: Der Innenminister wird nicht müde, mit viel Wind im Rahmen der sog. Digitalen Agenda zur Bekämpfung von Cyberkriminalität aufzurufen, während das Kanzleramt dem Bundesnachrichtendienst erlaubt, in den düstersten Ecken des Internet bisher nicht öffentliches Wissen über Sicherheitslücken (sog. Zero-Day-Exploits) aufzukaufenen, um damit in aller Welt verschlüsselte Kommunikation auszuspionieren. Weiterlesen

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christian

Christian Fuchs (2014)

Save the date: Christian Fuchs kommt als Gast der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu einer Luxemburg Lecture nach Berlin. Er ist Professor für Social Media an der University of Westminster. Er hat gerade Bücher zu Arbeitsverhältnissen in der Digitalisierung und zur politischen Ökonomie der Social Media-Konzerne veröffentlicht und ist Mitherausgeber der Zeitschrift tripleC: Communication, Capitalism & Critique. Open Access Journal for a Global Sustainable Information Society. Er wird eine politische Vorlesung halten mit anschließender Diskussionsmöglichkeit: “Krise, Kommunikation, Kapitalismus: Für eine kritische politische Ökonomie der Medien und des Internets im Zeitalter von Apple, Facebook, Google und Twitter.” Weitere Infos auf rosalux.de

Luxemburg Lecture mit Prof. Christian Fuchs
12. Dezember 2014, 19.30
Café im Betahaus Berlin

 

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Digitale Goldschürferei: Bitcoin-Mining

Beat Weber (Redakteur, Zeitschrift «Kurswechsel») wird einen kritischen Blick auf die neuen digitalen Zahlungsmittel richten und Nadja Rakowitz (Redakteurin, Zeitschrift «express. Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit») die anschließende Debatte moderieren. Das ganze wird stattfinden am
Dienstag, den 18.11.2014 um 19:00 Uhr im
Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin. Video und Mehr in der Veranstaltungsdokumentation auf rosalux.de

 

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Konferenz der Europäischen SoziologInnen-Vereinigung 17/18 Oktober 2014
Die Konferenz, die in der Universität von Bukarest stattfand, hatte als heimliches Motto die Überschrift des neuen Buches von Christian Fuchs – einem der MitorganisatorInnen: „occupy the media!“ Die Frage war natürlich wie dies zu bewerkstelligen sei und wie insbesondere SoziologInnen und JournalistInnen sowie MedienaktivistInnen dazu beitragen können, wenn ihre Profession in vielerlei Hinsicht zugleich betroffen ist? Wie kann es gelingen, quer zum neoliberalen Mainstream zu berichten und zu forschen? Weiterlesen

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raproWas haben racial profiling, vernetzte Polizeieinsätze in der EU und soziale Medien gemeinsam? Und wem gehört das Internet? In Italien beginnt am kommenden Montag, dem 13.10., eine Polizeioperation, um Menschen ohne gültige Papiere festzustellen und festzusetzen:

Kontrollen finden gewöhnlich an Bahnhöfen, Autobahnen oder Flughäfen statt. Insgesamt sind mehrere Tausend Polizisten beteiligt, nicht alle jedoch in den “Schwerpunktfahndungsmaßnahmen” sondern im Regelbetrieb. Zu dieser “allgemeinen täglichen Dienstausübung” gehört die Überwachung von Hauptverkehrsrouten. Neu ist, dass nicht nur an den Binnengrenzen kontrolliert werden soll: In der zweiwöchigen Operation “MOS MAIORUM” werden erstmals auch die EU-Außengrenzen einbezogen. (heise.de)

Diese Sorte Polizeioperationen ist nicht neu: Bis auf Griechenland hat jede halbjährlich wechselnde EU-Präsidentschaft eine solche Vernetzung der Praxis staatlicher Kontrolle, Repression und Überwachung durchgeführt. Ziel ist es

effektiver gegen unerwünschte Migration vorzugehen” (heise.de).

Spannend ist die Informationsgrundlage der Operation. Die Umsetzung der Kontrollen basiert auf offen zugängliche Daten im Internet und smart phones: Weiterlesen

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Bild:  Jaron_Lanier7 von Luca Vanzella / flickr / CC BY-SADer Philosoph Byung-Chul Han hält die Verleihung des Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an den US-amerikanischen Informatiker Jaron Lanier für eine falsche Entscheidung und begründet dies wie folgt:

Das Urteilsvermögen von Jaron Lanier ist offenbar sehr begrenzt. Ihm bleibt die Janusköpfigkeit des digitalen Mediums verborgen. In seiner Naivität lag er vollkommen falsch mit seiner Vision der freien, grenzenlosen Kommunikation im Netz. Angesichts der Internetmonopole wie Google und Facebook, die uns ausbeuten, uns einer digitalen Leibeigenschaft unterwerfen, bietet Jaron Lanier nun eine Lösung an. Sie ist wieder verblüffend und grandios naiv. Er schlägt vor, ein universales System der Mikrozahlung aufzubauen, das uns für die von Großkonzernen genutzten, von uns generierten Daten belohnt.”

und führt darüber hinaus weiter aus:

Das Problem, das wir heute mit dem Internet haben, lässt sich nicht ökonomisch lösen. Es ist vor allem ein politisches Problem. Die Politik überlässt die Digitalisierung der Gesellschaft der Ökonomie. Es findet keine politische Steuerung statt. Die weitgehende Untätigkeit der Politik, ja deren Lähmung ist der eigentliche Skandal.”

Weiterlesen beim Freitag.

Truecrypt war aufgrund seiner Lizenz noch nie das optimale Verschlüsselungstool. Aber durch seine plattformübergreifende Verwendbarkeit fand es dennoch eine weite Verbreitung. Seit die Entwickler das Projekt aufgegeben haben und einer Weiterentwicklung unter geänderter Lizenz ihre Zustimmung versagt haben (vgl. Wikipedia), läuft die Suche bzw. die Arbeit an Alternativen. Zumindest was Linux angeht, macht Zulucrypt einen guten Eindruck. Ist die Installation erstmal geschafft, dann integriert es verschiedene Verschlüsselungstools und kann Truecrypt-Container erstellen und öffnen.

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