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Podium und Film “Citizenfour” am Freitag, 12.06.2015 um 19:00 Uhr im //:about blank, Berlin.

Während ein Teil der deutschen Öffentlichkeit noch Schwierigkeiten hat, die Tragweite der Snowden-Enthüllungen seit dem Juni 2013 zu fassen, ist der andere Teil schon wieder zur politischen Tagesordnung übergegangen. Die Fassungslosigkeit, welche die immer neuen Enthüllungen über die Arbeit der US-amerikanischen und deutschen Geheimdienste zumindest beim interessierten Publikum auslösen, entspricht jedoch zugleich einer allgemeinen Lähmung bei der Frage, was denn nun die politischen Folgen aus all dem sein können und sollen. Wir sprechen daher mit AktivistInnen und UnterstützerInnen Edward Snowdens über Strategien und Bündnispartner im Kampf gegen die weltweite Totalüberwachung und versuchen uns an einer Bestandsaufnahme nach den Snowden-Leaks. Mehr

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Die Helle Panke hat heute abend mit dem Redakteur des Blogs netzpolitik.org, der viele Dokumente rund um die NSA-Aufklärung leakt, Andre Meister, einen Fachjournalisten für Fragen der elektronischen Überwachung eingeladen. Mit ihm sitzt Martina Renner, die Obfrau der Linken im NSA-Untersuchungsausschuss, auf dem Podium. Mit diesem Gespräch will die Helle Panke die Vorgänge um das Treiben der NSA nicht nur darstellen, sondern auch einen Schritt weitergehen, indem sie folgende Frage aufwirft: Wie kommen wir nach den Enthüllungen von Edward Snowden vor zwei Jahren zu einer Agenda gegen die digitale Totalüberwachungen durch die verschiedenen Geheimdienste?

Zu den Veranstaltungsdetails

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BandII-CoverCapulcu, wie sich die MacherInnen der Tails-Broschüre kollektiv-pseudonym nennen, haben nachgelegt: Hatte ihr erstes Heft klar handwerklich orientierten Anleitungscharakter zur sichereren Netzbenutzung, so liefern sie mit ihrem zweiten Band aus der Reihe “Hefte zur Förderung des Widerstands gegen den digitalen Zugriff” jetzt Analyse und Kritik des gesellschaftlichen Angriffs, der in Form von digitaler Überwachung und Big Data-Verwertung derzeit läuft. Unter dem Titel des Hefts, der die Fluchtlinie andeutet: “Disconnect – keep the future unwritten! Unzureichende Selbstverteidigung – jetzt aus der Zukunft ausbrechen!”, heißt es:

Seit Jahren brechen Wellen eines technologischen Angriffs über uns herein – wir verkennen diesen Angriff als vermeintlich neutrale „technologische Entwicklung“ und spielen bereitwillig mit. Es ist Zeit für eine fundiertere Analyse, es ist Zeit für eine Verschwörung gegen die dramatisch wachsende Fremdbestimmung. Diese Broschüre ist unsere erste Sammlung an Diskussionen und Ideen dazu. Unser Ziel ist die Zurückweisung des smarten Griffs nach unserer Sozialität, Kreativität, Autonomie – unserem Leben. Wir suchen nach Wegen der Selbstbehauptung.

Zum Download

 

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Geraten durch die voranschreitende Digitalisierung die Produktionsverhältnisse in Bewegung und entstehen durch sie vielleicht sogar neue Formen von Öffentlichkeit und verschieben sich dadurch die bisherigen Machtverhältnisse? Verleihen diese Entwicklungen den alten kapitalistischen Strukturen bloß ein neues Gewand oder eröffnen sie neue Möglichkeiten der Emanzipation und radikalen Veränderung? Steckt in diesen Veränderungen die Verheißung befreiter und erfüllender Tätigkeit oder blühen uns ganz neue Formen digitaler Ausbeutung? Was aber sind die progressiven Elemente in dieser Entwicklung und wie können wir sie verstärken und multiplizieren? Versuch eines realistischen Blicks auf den digitalen Wandel, die industrielle Revolution unserer Zeit.

  • Christian Fuchs ist Professor für Social Media an der University of Westminster und Redakteur der Zeitschrift tripleC: Communication, Capitalism & Critique.
  • Halina Wawzyniak ist seit 2009 Abgeordnete des Deutschen Bundestages. In der 17. Wahlperiode war sie Mitglied in der Enquete Internet und Digitale Gesellschaft. In der 18. Wahlperiode ist sie Rechts- und Netzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion DIE LINKE. Im Bereich des Digitalen setzt sie sich für gleichen Zugang aller Menschen zum Internet ein.
  • Anke Domscheit-Berg ist Unternehmerin, Publizistin und Aktivistin zu den Themen Open Government, digitale Gesellschaft und Geschlechtergerechtigkeit. Sie wurde 2010 mit dem Frauenpreis des Landes Berlin ausgezeichnet. Im März 2015 erschien ihr 2. Buch “Ein bisschen gleich ist nicht genug! Warum wir von Geschlechtergerechtigkeit noch weit entfernt sind”.

Moderation: Julia Schramm ist Politikwissenschaftlerin und Autorin. Sie hat in Bonn Politikwissenschaft, Amerikanistik und Öffentliches Recht studiert und promoviert an der Humboldt Universität zu Berlin über die Dialektik des Privaten. Außerdem arbeitet sie für die Amadeu Antonio Stiftung als Fachreferentin für Hate Speech und Redakteurin für no-nazi.net.

Alle Aufzeichnungen der Rosa-Luxemburg-Stiftung auf der linken Woche der Zukunft unter: http://www.rosalux.de/mediathek

Die Diskussion über das Urheberrecht verweist auf Schwierigkeiten linker Kultur- und Medienpolitik im digitalen Kapitalismus. Christian Fuchs in der jungen Welt.

Es gibt keine einfachen Lösungen für die kulturellen Antagonismen des Kapitalismus. Genauso wie das Internet nicht den digitalen Kommunismus des 21. Jahrhunderts schaffen wird, wird das Urheberrecht nicht die Rettung linker Medien und alternativer Kultur darstellen. Beide Ansätze greifen zu kurz. Es bedarf einer umfassenderen Debatte, die darauf abzielt, kulturelle Antagonismen als Gegenstand politischer Kämpfe, linker politischer Strategien und politischer Forderungen zu positionieren.

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Durchleuchtet, analysiert und einsortiertStandpunkte_12-2015_web
Zur fortschreitenden digitalen Erfassung unseres Alltags durch Unternehmen und den damit einhergehenden Gesellschaftlichen Risiken.
Standpunkte 12/2015 von Wolfie Christl.

In den letzten zehn Jahren hat sich eine Entwicklung zugespitzt, die auf die vollständige digitale Erfassung unseres Lebens hinausläuft. Unser Alltag wird heute von Tausenden Unternehmen überwacht, die uns ständig durchleuchten, einsortieren und bewerten – und unsere intimsten Details an den Handel, an Versicherungen sowie an die Finanz- und Personalwirtschaft verkaufen. Das digitale Geschäft mit unseren persönlichen Daten läuft auf Hochtouren. Um den damit verbundenen persönlichen und gesellschaftlichen Risiken etwas entgegenzusetzen, bedarf es dringend mehr Transparenz über die zunehmend aggressiven Unternehmenspraktiken, verbunden mit einer neuen europäischen Datenschutzund Technologiepolitik.

In einer Zeit, in der die Überwachung durch staatliche Institutionen im öffentlichen Diskurs einiges an Beachtung findet, wirft der Wiener Publizist und Netzaktivist Wolfie Christl den Blick auf die oft wenig beachtete Dimension wirtschaftlicher Überwachung:

Abgesehen von Fehlern bei der Erfassung der gesammelten Daten können Fehler in den Prognosemodellen und damit falsche Schlussfolgerungen äußerst negative Auswirkungen auf einzelne Personen haben. Big Data ist weit entfernt von wirklicher Objektivität oder davon, wirklich zuverlässige Vorhersagen zu liefern. Die Prognosen sind prinzipiell unscharf, da sie auf Korrelationen und Wahrscheinlichkeiten beruhen. Wer beispielsweise die «falschen Personen» kennt, im «falschen Bezirk» wohnt oder sich bei der Anwendung einer Smartphone-App «falsch verhält», muss damit rechnen, entsprechend klassifiziert zu werden, und negative Konsequenzen tragen, ohne sich dagegen wehren zu können. Wenn Versicherungsunternehmen die Risikoabschätzung zunehmend von Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen abhängig machen, werden dadurch außerdem Risiken immer mehr individualisiert. Auch eine Verweigerung der Teilnahme an der Datenerfassung kann Konsequenzen haben: Wenn keine oder zu wenige Daten über eine Person vorliegen, schätzt ein Unternehmen das Risiko für eine Kundenbeziehung unter Umständen prinzipiell als zu hoch ein.

Wer tiefer in das Thema Überwachung druch Wirtschaftsakteure einsteigen möchte, der oder dem sei die Studie «Kommerzielle digitale Überwachung im Alltag» des Autors empfohlen. Einen guten Einstieg bietet außerdem die Radiosendung «Wie mit unseren Daten Geld verdient wird» von Sebastian Strube.

Weiter zur Publikation: http://www.rosalux.de/publication/41426

Horst Kahrs, Referent für Das Öffentliche/Klassen- und Sozialstrukturanalyse bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung blickt im nd mit Marx auf den technologischen Fortschritt und stellt die Frage nach den emanzipatorischen Potentialen der Digitalisierung:

Von 1991 bis 2014 stieg der Wert, den ein Erwerbstätiger rechnerisch in einer Stunde schuf, preisbereinigt um fast 42 Prozent. Gleichzeitig sank das Jahresarbeitsvolumen aller Erwerbstätigen um lediglich 3 Prozent, verteilte sich aber auf eine um 10 Prozent gestiegene Erwerbstätigenzahl. Ist da Fortschritt? Entsteht durch den technischen Fortschritt irgendwo freie Zeit, ist schnell eine andere technische Neuerung zur Hand, um sich dieser freien Zeit zu bemächtigen. Eine emanzipatorische Politik in der Tradition der Marx’schen Kritik der Politischen Ökonomie braucht eine humane, universale Vorstellung von Fortschritt, um das Hamsterrad zu verlassen.

[…] seit der Jahrtausendwende erleben wir ein Rollback des großen Geldes, der neuen Geschäftsmodelle, der Monopolbildung, der Vermachtung des Internets. Wir erleben gegenwärtig »das digitale Debakel«, das Internet sei »gescheitert« schreibt jetzt Andrew Keen: Das »libertäre Zeitalter mit seinem Glauben an die Dreifaltigkeit von Demokratie, Marktwirtschaft und Individualismus« eröffne das Gegenteil von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Chancen für alle: »Die Zukunfts-Architekten aus Silicon Valley arbeiten nicht am Gemeinwohl, sondern an einer privatisierten vernetzten Wirtschaft und einer Gesellschaft, die niemandem nutzt als ihren mächtigen und reichen Eigentümern.«

Und weiter:

»Fortschritt« ist kein Heilsversprechen mehr, zumindest hierzulande. […] Mit der Verallgemeinerung des Kapitalverhältnisses ist die Zukunft unsicher geworden, sind die Sorgen um die Zukunft gewachsen. Das Bedürfnis nach Sicherheit schmiedet die Lohnarbeit fester an das Bestehende bzw. an die Strategien des Kapitals. Das Bedürfnis nach Sicherheit und die Umwälzung der Verhältnisse stehen in keinem freundschaftlichen Verhältnis zueinander. Revolution ist das Synonym für höchste Unsicherheit. Hierzulande scheint die Angst vor der Zukunft, das Geschwister des Sicherheitsbedürfnisses, zu überwiegen.

Fortschrittliche Politik muss also auf gesellschaftliche Verhältnisse zielen, die Unsicherheit, anders gesprochen: die Offenheit gegenüber dem, was kommt, wieder lebbar machen. Wandel darf nicht in biografische Katastrophen münden. Gegen Unsicherheit helfen keine ausgefeilten Konzepte, sondern am Ende Mut und Hoffnung, dass es ein besseres Leben geben kann, wenn ein »Verein freier Menschen« demokratisch darüber entscheidet, wohin es gehen soll. Anders ist Zukunft von Freunden des menschlichen Fortschritts nicht zu denken.

Der gesamte Artikel ist hier zu finden.

Amazon, Facebook, Google & Co. verändern unser Leben und die Funktionsweise des Kapitalismus selbst. Womit verdienen sie ihr Geld? Welche Infrastrukturen benötigen sie? Welche Auswirkungen hat das auf Politik und Gesellschaft? Was ist der Kern der “Californian Ideology” und wie gelingt es dem Silicon Valley, der Welt seine Produkte und Services aufzuzwingen? Eine Kritik der politischen Ökonomie heutzutage muss verstehen, wie Google und Co. funktionieren. Audioaufzeichnung des Vortrags von Timo Daum.

P1050484Das größte Linux-Event 2015 in diesem Land (so Heise.de): die Chemnitzer Linux-Tage. Ist ja quasi um die Ecke! Also nix wie hin und so all den Projekte, die mir sonst nur als mehr oder minder flüchtige Webseiten vor den Augen vorbei flimmern, in Gestalt ihrer Macher- und AktivistInnen begegnen. Meine Auswahl aus dem vollgepackten Programm mag beliebig wirken bzw. einen roten Faden vermissen lassen. Aber keine der Veranstaltungen hat mich enttäuscht oder gelangweilt, und die Zusammenhänge ergaben sich oft in den Flurgesprächen bzw. zwischen den Ständen, an denen Debian, Ubuntu und Co. ihre Alternativen zum Internet der Großkonzerne und der Massenüberwachung präsentierten.

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Standpunkte_07-2015Standpunkte 7/2015 von Brett Scott. http://www.rosalux.de/publication/41301

Brett Scott beschäftigt sich in seinem Text mit dem Kern der Bitcoin-Innovation, der sogenannten Bitcoin-Blockkette (engl. block chain), und den damit verbundenen Empowerment-Versprechen.

«Für viele Außenstehende sind Bitcoins eine kuriose Modeerscheinung, ein Fehlzünder, der bald der Medienlangeweile zum Opfer fallen wird. Doch das ist ein Irrtum. Im Kern der von Bitcoin geleisteten Innovation steckt weit mehr als nur eine neue Währung. Deshalb wird sie auch nicht einfach wieder verschwinden»

Scott weiter:

«BefürworterInnen verbinden mit Bitcoin die Möglichkeit, aus dem bestehenden System auszusteigen. Aber wohin eigentlich? Die Vorstellung eines Ausstiegs ins Internet ist bizarr, weil das Internet von massiven Investitionen des Staates und der Konzerne in die physische Infrastruktur abhängig ist, von auf dem Meeresboden verlegten Glasfaserkabeln, der Massenproduktion von Computern durch schlecht bezahlte ArbeiterInnen in Fernost und vom breiten Wohlstand in den Ländern des Westens. Die eine Seite des krypto-anarchistischen Mantras «Schutz der Privatsphäre der Schwachen und Transparenz für das Agieren der Mächtigen» ist an und für sich ein gesunder radikaler Impuls. Konservativ wird es, sobald allein der Schutz der Privatsphäre soziales Empowerment ermöglichen soll. Die Annahme, dass Empowerment vor allem daraus erwächst, in Ruhe den eigenen individuellen Interessen nachgehen zu können, ist im Kern die Ideologie der bereits Mächtigen, nicht die der Schwachen.»

Der Text ist auch in einer englischen Fassung in der Reihe «Policy Paper» erschienen:

Brett Scott
Visions of a Techno-Leviathan
The Politics of the Bitcoin Blockchain
http://www.rosalux.de/publication/41131

Zum Thema Bitcoin gibt es darüber hinaus auch eine Videodokumentation unserer Veranstaltung «Bitcoin und Kryptowährungen Ein kritischer Blick auf die neuen digitalen Zahlungsmittel» mit Beat Weber und Nadja Rakowitz.

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